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DIE LINKE.queer stellt CSD-Kampagne vor: Auch Pussies können Riot!

50 Jahre Stonewall: Autoritäten brechen, Erreichtes verteidigen, Emanzipation erkämpfen!

Vor 50 Jahren brachen in New York die Stonewall-Aufstände aus. Sie waren ein mutiger Akt des Widerstands gegen staatliche Repression und Diskriminierung, sie markieren einen Wendepunkt in der queeren Emanzipationsgeschichte.

Dankbarkeit und Gedenken finden für uns allerdings nicht im luftleeren Raum statt: Die Rolle von Staaten bei Gewalt und Diskriminierung weltweit oder das gesellschaftliche Rollback, angeführt von den Trumps, Erdoğans, Orbáns und Salvinis dieser Welt ist der politische Kontext dieses Jubiläums.

Heute versuchen selbst bürgerliche Parteien die Aufstände für sich zu vereinnahmen, die sonst kaum eine Gelegenheit ungenutzt lassen sozialen Bewegungen und Aufständen mit Polizeigewalt und der Beschneidung von Bürger*innenrechten zu begegnen. Gleichzeitig historisieren sie Stonewall und verweigern sich der Debatte darüber, dass eben nicht nur gesetzgeberische Aktivitäten, sondern auch militante Proteste und der Kampf um Freiräume bis heute wichtige Pfeiler emanzipatorischer Kämfe sind.

Die Rolle von Lesben, Trans*, Sexarbeiter*innen oder People of Colour vor, während und nach 1969 wird im gesellschaftlichen Mainstream zudem allzu oft unter den Teppich gekehrt. Für uns gibt es auch hier und heute keinen Anlass dem Staat und seinen Institutionen unkritisch zu begegnen. Gegen rechte Seilschaften innerhalb der Polizei sowie minderheitenfeindliche Gewalt durch Polizei und andere Staatsorgane ist vor allem Druck der Zivilgesellschaft notwendig.

Dass die Polizei in allen Bundesländern heute noch Menschen mit HIV/AIDS unter dem Kürzel „ANST“ (für: „Ansteckend“) in ihren Datenbanken führt, ist ebenso unfassbar wie die entwürdigende Behandlung von Trans* durch Behörden und Gerichte.

Derzeit formiert sich zudem europaweit die extreme Rechte, auch, um Erfolge queerer Kämpfe um Emanzipation zu revidieren. Wir setzen dieser Agenda der Ausgrenzung und Unterdrückung eine solidarische Befreiungsperspektive für alle Menschen entgegen.

„Queersozial“ bedeutet: unteilbar, solidarisch, friedlich, freiheitlich und demokratisch. Wir wollen Mut machen und mit unseren beiden Motiven („Dildo-Molotow“ / „Patriarchat abfackeln!“ und „Vulva mit Zähnen“ / „Auch Pussies können Riot!“) zur aktuellen CSD-Saison deutlich sagen: die Kämpfe von 1969 sind nicht abgeschlossen, es gilt vielmehr, die gesellschaftlichen Strukturen grundlegend zu verändern. Mit Patriarchat und Kapital ist Emanzipation nicht zu haben.