Diskreditierung von Fetisch-Gruppen durch den CSD Bielefeld inakzeptabel
Zum sogenannten Konsenskonzept des CSD Bielefeld, mit dem Fetisch- und Kink-Gruppen diskreditiert werden, erklären die Bundessprecher von Die Linke queer, Daniel Bache und Frank Laubenburg:
Queere Communities sind nicht frei von Rassismus, sexualisierter Gewalt und Machtverhältnissen Das dürfte unbestritten sein und es eine der wichtigen Aufgaben der Communities, hiergegen anzugehen.
Der CSD Bielefeld hat nun allerdings die Teilnahme von Fetisch- und Kink-Gruppen am diesjährigen CSD davon abhängig gemacht, dass diese Gruppen ein sogenanntes „Konsenskonzept“ beachten. In den Teilnahmebedingungen heißt es dazu:
„Bei Fetisch/Rollenspiel/Kinkgruppen muss für die Teilnahme am CSD ein Schutz- und Konsenskonzept vorlegen. Darin soll der Umgang mit sexualisierter Gewalt, die klare Absprache für Konsens und wie Mitspieler*innen erkannt werden, klar benannt werden.“
Der den CSD Bielefeld veranstaltende Verein BIEQueer e.V. unterstellt einerseits damit Fetisch- und Kink-Gruppen besonders anfällig für sexualisierte Gewalt zu sein – und spricht sich und anderen Gruppen aus den Communities gleichzeitig davon frei, dass es diese bei ihnen geben könne. Denn ein Schutz- und Konsenskonzept ist für andere Gruppen nicht vorgesehen und erst recht nicht verpflichtend.
In einer längeren „Kontextualisierung“ zum Konsenskonzept versucht BIEqueer e.V. mit vielen Worten und wenig Inhalt sein Vorgehen zu rechtfertigen. Aber das misslingt: In dem Text mehrmals zu betonen, Fetisch- und Kink-Gruppen nicht diskriminieren zu wollen, um es dann auf der Grundlage von Unterstellungen doch zu tun, ist nicht nur peinlich, sondern für einen CSD inakzeptabel.
Die Linke queer fordert BIEQueer e.V. dazu auf, den bereits erfolgten Ausschluss der Puppy OWL und Bielefeld Leather Social von der CSD-Demonstration und dem Straßenfest unverzüglich und bedingungslos aufzuheben.
Das bisherige Vorgehen des BIEqueer e.V. ist geschichtsvergessen und macht uns fassungslos. Die Fetisch-Community hat einen wichtigen Platz in der queeren Bewegungsgeschichte und Kultur, der ihr durch diese Art von Ausschluss abgesprochen wird. Für Die Linke queer ist klar: Kink belongs at pride!
