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DIE LINKE.queer

Struktur und Ideologie der katholischen Kirche fördern sexualisierte Gewalt

Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Gutachtens zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln erklären die Bundessprecher von DIE LINKE.queer, Frank Laubenburg und Daniel Bache:

Die katholische Kirche fördert durch ihre Sexualfeindlichkeit, die Verdammung einer umfassenden Sexualaufklärung, ihre Frauenfeindlichkeit und durch die Verbreitung repressiver Moralvorstellungen strukturell sexualisierte Gewalt. Dies wäre zweifelsohne das Ergebnis eines ernst zu nehmenden Gutachtens zu sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche. In Auftrag geben wird sie ein solches Gutachten schon deshalb nicht. Vielmehr beschränkt sich das heute vorgestellte Gutachten darauf, persönliche Verantwortung und strukturelle Fehler innerhalb des Kirchenapparats aufzudecken. Für die Opfer sexualisierter Gewalt ist schon das ein wichtiger Schritt, für die Prävention sexualisierter Gewalt allerdings völlig unzureichend.

Solange die katholische Kirche darauf setzt, ihre Macht auch damit zu verteidigen, dass sie in sexuellen Fragen auf Scham, Angst, Schweigen, Enthaltsamkeit, moralische Verurteilung und Verbote setzt, schafft sie einen Raum, in dem sexualisierte Gewalt gedeihen kann.

Notwendig wäre hingegen eine sexuelle Bildung, die Menschen stärkt und die von Respekt und Achtung geprägt ist. Damit könnten auch Kinder und Jugendliche Versuchen sexueller Übergriffe besser entgegentreten.

Vollkommen inakzeptabel ist auch die Staat-im-Staat-Ideologie der katholischen Kirche, die mit ihrem eigenen Kirchenrecht über dem Gesetz stehen will – und deshalb zahlreiche Straftaten nicht an die zuständigen Staatsanwaltschaften gemeldet hatte. Wohlgemerkt hat sie mit der Entlassung und Diffamierung offen lesbisch, schwul oder wiederverheiratet lebender Menschen hingegen gar kein Problem.

Was längst überfällig, aber nun endlich umzusetzen ist:

Kindertageseinrichtungen, Jugendzentren und Schulen in katholischer Trägerschaft müssen verpflichtet werden, sich an einer diskriminierungsfreien und offenen Sexualpädagogik zu orientieren, nicht an der Sexualfeindlichkeit der katholischen Kirche.

Alle kirchlichen Einrichtungen müssen dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz unterstellt werden, Entlassungen aufgrund der sexuellen Orientierung darf es nicht länger geben.

Den Opfern sexualisierter Gewalt in katholischen Einrichtungen müssen umfassende Finanzmittel für die weitere Aufarbeitung zur Verfügung stehen. Die Vergabe, Beschreibung und Veröffentlichung weiterer Gutachten darf nicht länger kirchlichen Würdenträgern überlassen bleiben.