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DIE LINKE.queer

Internationaler Holocaust-Gedenktag: Der Opfer gedenken, Erkenntnisgrundlagen verbessern, Antifaschismus stärken

Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wird alljährlich auch der queeren Opfer des Nazi-Regimes gedacht. Dazu erklären für DIE LINKE.queer die Bundessprecher*innen Luca Renner und Daniel Bache:

Das jährliche Gedenken an die Opfer des Holocaust ist für DIE LINKE.queer Mahnung und Handlungsauftrag. In Zeiten, in denen faschistisches Gedankengut grassiert, die Erinnerung an die Nazi-Gräuel weiter zu verblassen droht und Hassverbrechen gegen Minderheiten signifikant zunehmen, ist es angezeigt, Aufklärung über den deutschen Faschismus und seine Folgen zu intensivieren.

Die Bemühungen des Staates zur Aufarbeitung der Verfolgungsgeschichte homosexueller Männer im Dritten Reich ist nicht ausreichend, mit Blick auf die Geschichte lesbischer Frauen oder von trans Personen ist Aufarbeitung von staatlicher Seite kaum oder gar nicht erfolgt.  

Bis heute müssen harte Auseinandersetzungen um ein würdiges Gedenken geführt werden. Dass beispielsweise eine öffentliche Stiftung wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten bis heute nicht in der Lage ist, ein würdiges Gedenken für die lesbischen Opfer im Frauen-KZ Ravensbrück und Uckermark zu organisieren, hat der Erinnerungskultur schweren Schaden zugefügt.

Wir fordern die Bundesregierung auf, staatliche Forschungsaufträge zur Verfolgung queerer Menschen, insbesondere von lesbischen Frauen und von trans Personen zu vergeben. Wichtig ist, den Blick nicht auf die Ebene der Konzentrationslager zu verengen. Während beispielsweise lesbische Frauen in der Weimarer Republik noch einigermaßen offen leben konnten, war das unter den Nazis schlicht unmöglich. Auch das ist ein Aspekt von Verfolgung und Verfolgungsdruck.

Gedenken an die Opfer des deutschen Faschismus ist für DIE LINKE. als Partei mit einem klaren Bekenntnis zum Antifaschismus verbunden. Der Staat hat sich in der Vergangenheit immer wieder als unzuverlässig erwiesen, was den Kampf gegen faschistische Strukturen betrifft. Umso wichtiger ist es, dass wir zivilgesellschaftliches Engagement in breiten Bündnissen stärken und jedem Versuch der Kriminalisierung oder der Sabotage antifaschistischer Arbeit offensiv entgegentreten.