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DIE LINKE.queer

Dresdner Mord taucht in Seehofers Statistik nicht als Hassverbrechen aufgrund sexueller Orientierung auf

Zum heutigen Urteil im Prozess gegen den Mörder des 55-jährigen Thomas L. aus Krefeld erklärt der Bundessprecher von DIE LINKE.queer, Frank Laubenburg:

Innenminister Horst Seehofer führt den Mord an Thomas L. in seiner Jahresstatistik 2020 nicht als Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung auf und knüpft damit an das entwürdigende Verhalten der Dresdner Staatsanwaltschaft an. Seehofer sollte den heutigen Tag nutzen, sich bei den Hinterbliebenen zu entschuldigen.

Thomas L. und sein Lebensgefährte Oliver L. wurden Opfer des Mordanschlags in Dresden, weil sie vom Täter als schwules Paar wahrgenommen wurden.  

Bereits im Oktober 2020 hatte DIE LINKE.queer die Aussage des Dresdner Oberstaatsanwalts Jürgen Schmidt, man äußere sich nicht ‚zur sexuellen Orientierung von Tatopfern‘ kritisiert und als „despektierlich gegenüber den Opfern, die in einer Lebenspartnerschaft lebten“ bezeichnet, „weil damit der Eindruck erweckt wird, homosexuelle Beziehungen seien anrüchig.“

„Homosexuellen- oder Transfeindlichkeit sind bei zahlreichen Angriffen auf queere Menschen ausschlaggebendes Tatmotiv“, erklärte DIE LINKE.queer bereits seinerzeit. Sie müssen auch als solche benannt werden.

Dass Ermittlungsbehörden und Bundesregierung die Homosexuellenfeindlichkeit des Verbrechens von Dresden in den Statistiken unter den Tisch fallen lassen, ist vollkommen inakzeptabel.

Nach wie vor werden Beleidigungen und versuchte bzw. leichte Körperverletzungen von Opfern trans- und homofeindlicher Gewalt nicht angezeigt, weil die Opfer Schikanen und Ignoranz durch die Polizei befürchten. Der Ausbau unabhängiger Beratungsstellen und die Stärkung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sind daher dringend notwendig.

Die Erfassung angezeigter Angriffe aufgrund der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Orientierung muss endlich lückenlos erfolgen.  

Keine Aufklärung brachte der heute in Dresden zu Ende gegangene Prozess zu der Frage, wie das Versagen der Staatsorgane dazu beigetragen hat, dass es zu diesem Verbrechen kommen konnte.

DIE LINKE.queer drückt Oliver L. und den Hinterbliebenen heute erneut ihr Mitgefühl aus.